Die Buchinger-Methode: Heilfasten zu Hause Schritt für Schritt

Hier finden Sie alles, was Sie für die Durchführung einer Fastenkur nach Buchinger (klassisches Heilfasten) brauchen. Sie werden durch alle Phasen des Heilfastens geleitet. Beginnend mit der Vorbereitung und den Entlastungstagen, weiter mit den Methoden der Darmentleerung, dem genauen Tagesablauf inkl. diverser Anwendungen, bis hin zur Aufbauzeit nach dem Fasten.

Was ist Buchinger Fasten?

Bei einer Fastenkur nach Buchinger wird keine feste Nahrung aufgenommen. Es handelt sich dabei um das klassische Heilfasten, bei dem viel Wasser und ungesüßte Kräutertees getrunken werden. Zusätzlich nimmt man etwas frisch gepressten Saft zu sich sowie Gemüsebrühe, die traditionelle Fastensuppe. Bei Bedarf ist auch etwas Honig und Zitronensaft im Tee erlaubt.

Das Buchinger-Fasten wurde in den 1930er Jahren von Otto Buchinger entwickelt und ist seitdem eine der beliebtesten Methoden des Fastens. Denn im Gegensatz zum reinen Wasserfasten werden dem Körper durch Saft und Gemüsebrühe wertvolle Vitamine und Mineralstoffe zugeführt. Gerade für Fastenanfänger erleichtern diese flüssigen „Mahlzeiten“ die Fastenkur sehr.

Warum sollte ich Buchinger Fasten?

Durch die starke Reduktion der Kalorienzufuhr wird der Körper in einen Zustand der Regeneration und der Zellreinigung versetzt. Es kommen verschiedene Mechanismen in Gang, die eine enorme Selbstheilungskraft aktivieren. Zu diesen Abläufen während einer Fastenkur lesen Sie alles in diesem Fachartikel.

Zellverjüngung

Heilfasten kann viele positive Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele haben. Die Altersforschung bestätigt z.B. eine längere Lebenserwartung und Anti-Aging-Effekte durch das Heilfasten 1.

„Altersforscher sind ein zerstrittener Haufen, aber sie sind sich in einer Sache einig: Fasten oder Kalorienreduktion im Allgemeinen verlängert die Lebensspanne und zwar in allen Organismen – überall auf der Welt.“ – Prof. Dr. Frank Madeo, Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens Universität Graz

Die Altersforschung beschäftigt sich momentan sehr ausgiebig mit dem Fasten, denn das lebensverlängernde Potential des Fastens ist immens. Die bisherigen Studien zeigen, dass alle untersuchten Organismen länger leben, wenn sie regelmäßig fasten. Die Aussicht auf ein langes Leben und die Verzögerung von Alterungsprozessen ist für den einen oder anderen bereits Grund genug, regelmäßig zu fasten. Doch gibt es noch weitere sehr gute Gründe, Phasen des Nicht-Essens in den Alltag einzubauen:

Positive Effekte des Heilfastens

Erfahrene Fastenbegleiter bestätigen folgende Effekte des Fastens:

  • Der Körper wird von Giftstoffen und zellulärem Müll befreit (vgl. Autophagie) 2.
  • Das Bindegewebe strafft sich, die Haut wird schöner – Fasten ist die effektivste kosmetische Maßnahme überhaupt.
  • Magen und Darm werden saniert und das Immunsystem kommt in Schwung.
  • Verbesserung des gesamten Stoffwechsels. Erhöhte Blutfettwerte normalisieren sich, Bluthochdruck und Rheumaschmerzen sowie zahlreiche andere Leiden können zum Verschwinden gebracht werden.
  • Sie fühlen sich vitaler und leistungsfähiger.
  • Übergewicht: Bis zu sechs Kilogramm Gewichtsverlust in einer Woche und somit ein motivierender Start, um eine bewusste und dauerhafte Gewichtsreduktion einzuleiten.
  • Impuls zur Verhaltensänderung. Fasten ist die Chance, von schädlichen Genussmitteln wie Alkohol und Nikotin sowie von falschen Ernährungsgewohnheiten loszukommen.
  • Der Geist wird klarer und freier.

Auch, wenn das Fasten so viel Positives mit sich bringt, ist es doch nicht für jeden Menschen geeignet. Bitte sprechen Sie vor einem Fastenvorhaben mit Ihrem Arzt und stellen Sie sicher, dass keine Kontraindikationen vorliegen.

Infografik Fasteneffekte web

Wie lange fastet man nach Buchinger?

Prinzipiell möchte ich vor allzu ehrgeizigen und langen Fastenvorhaben in Eigenregie warnen. Beim Heilfasten nach Buchinger werden sehr gute Erfahrungen mit Kuren zwischen 5 und 14 Tagen gemacht. Gesunde Menschen können diese selbständig zu Hause durchführen. Natürlich kann man auch länger fasten, hierbei ist eine ärztliche Begleitung anzuraten. Das Langzeitfasten (bis zu 40 Tagen und länger) ist für sehr schlanke Menschen nicht empfehlenswert. Jedoch können mehrgewichtige Menschen sehr davon profitieren. Hier finden Sie einen Fachartikel zum Thema Langzeitfasten.

Fastenkuren, bei denen gegessen wird, wie z.B. das Basenfasten oder die F.-X.-Mayr-Kur, können nach Rücksprache mit einem Arzt auch über einige Wochen oder Monate durchgeführt werden. Das Intervallfasten (z.B. 16/8) kann ohne Probleme permanent in den Alltag integriert werden.

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Wie oft soll man fasten?

Erfahrungen zeigen, dass regelmäßiges Fasten die Gesundheit verbessert und zu Gewichtsverlust bzw. zur Beibehaltung des Gewichtes beitragen kann. Ein bis zwei Fastenkuren pro Jahr scheinen hier ein guter Rhythmus zu sein. Wenn man Fastenerfahrung hat, spürt man ohnehin, wann es wieder Zeit für eine erneute Fastenkur ist.

Häufigere Fastenkuren könnten auf manche Menschen zehrend wirken und das Immunsystem schwächen. Man kann dies aber nicht verallgemeinern. Manchen Menschen tut es durchaus gut, dreimal im Jahr für 5-10 Tage zu fasten. Hier können Sie nur auf Ihre eigene Erfahrung zählen.

Eine Buchinger Fastensuppe bestehend aus Gemüse

Der Ablauf einer Buchinger Heilfastenkur

Die 5 Phasen der Fastenkur

  1. Vorbereitung auf das Heilfasten. Mit der richtigen Vorbereitung können Sie unangenehme Nebenwirkungen der ersten Fastentage vermeiden. Es geht darum, durch einfache Maßnahmen schon eine Woche vor Beginn der Fastenkur Ihren Körper so weit zu entlasten und mit der Entgiftung zu beginnen, sodass das Risiko von Beschwerden wie Kopfschmerzen, „Gehirnnebel“ und Niedergeschlagenheit zu Fastenbeginn reduziert wird.
  2. Mindestens ein Entlastungstag. Am Tag vor Fastenbeginn wird eine Art Schonkost eingehalten, die aus pflanzlichen, leicht verdaulichen Lebensmitteln besteht. Sehr beliebt ist ein Gemüse- und Obsttag, ein Reis- oder Kartoffeltag sowie Kombinationen daraus.
  3. Die Darmentleerung am ersten Fastentag. Wenn von oben nichts mehr nachschiebt, ist es empfehlenswert, den noch im Darm befindlichen Stuhl mit dem Hilfsmittel Ihrer Wahl nach draußen zu befördern. Ansonsten würde der Stuhl sehr lange im Darm verweilen und es kann so zu einer Art Rückvergiftung kommen. Außerdem ist die Darmentleerung für den Körper gewissermaßen ein Startschuss, der das Hungergefühl stark reduziert bzw. es bei den meisten Menschen ganz zum Verschwinden bringt. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Fastenkrise beim Heilfasten.
  4. Die eigentlichen Fastentage mit genauem Tagesablauf.
  5. Das Fastenbrechen und die Aufbautage. In der letzten Phase Ihrer Fastenkur müssen Sie Ihre Verdauungsorgane wieder an die Nahrungsaufnahme gewöhnen. Würden Sie sofort wieder „normal“ essen, wären Ihre Verdauungsorgane überfordert und es könnte zu starker Übelkeit und zu unangenehmen Blähungen kommen.

In der folgenden Übersicht sehen Sie in 10 Punkten zusammengefasst, worauf es beim richtigen Heilfasten ankommt.

Die 10 Regeln des Heilfastens

  1. Gesundheitlicher Check Up. Eine ärztliche Überprüfung Ihres allgemeinen Gesundheitszustandes vor Fastenbeginn ist ratsam. Wenn Sie eine Krankheit haben, sollten Sie nur unter ärztlicher Beobachtung, etwa in einer Fastenklinik, fasten. Auf das Fasten verzichten sollten zum Beispiel Schwangere und Stillende, Menschen mit Essstörungen wie Magersucht und Bulimie, schwer Herz- oder Nierenkranke. Hier lesen Sie mehr zu den Kontraindikationen des Fastens.
  2. Nichts essen, aber viel trinken. Fasten ist Verzicht auf feste Nahrung und auf Genussmittel – freiwillig und für eine begrenzte Zeit. Beim klassischen Heilfasten nehmen Sie nur Flüssiges zu sich. Dazu gehören die traditionelle Fastensuppe (spezielle Gemüsebrühe), frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte (hier finden Sie Saftrezepte), Tees und vor allem Wasser. Der Organismus braucht während der Fastenkur mehr Flüssigkeit als sonst.
  3. Entleerung und Ausscheidung. Eine Fastenkur startet wie bereits oben verlinkt mit mindestens einem Entlastungstag und der darauffolgenden Darmentleerung, für die es unterschiedliche Möglichkeiten gibt. Während des Fastens ist es sehr ratsam, die Ausscheidungsorgane zu unterstützen. Zu diesen gehören Darm, Leber, Haut, Schleimhäute, Lunge und Nieren. Vor allem Einläufe zur weiteren Darmreinigung sowie täglich durchgeführte Leberwickel tragen maßgeblich zum Wohlbefinden während des Fastens bei.
  4. Verzichten Sie auf alles Unnötige. Lassen Sie während der Fastenkur alles weg, was Ihren Körper belastet: z.B. Alkohol, Koffein und Nikotin. Reduzieren Sie auch Dinge, die Ihren Geist zu sehr ablenken: z.B. Handy und Fernsehen.
  5. Sich vom Alltag lösen. Fasten ist ein ganzheitliches Geschehen, das Körper, Geist und Seele gleichermaßen erfasst. Während des Fastens ist es hilfreich, so weit wie möglich aus dem Alltag heraustreten, um sich ganz auf die Begegnung mit sich selbst einlassen zu können. Wenn Sie dies beherzigen, haben Sie eine gute Chance, Lebensgewohnheiten, derer Sie überdrüssig sind, mit Hilfe des Fastens tatsächlich zu ändern.
  6. Ruhe geben – Stille finden. Schaffen Sie sich während des Tages ganz besondere Rückzugsrituale. Bereiten Sie sich einen schönen Platz zum Meditieren, zünden Sie Kerzen an, eine Duftlampe mit ätherischen Ölen oder Räucherstäbchen – was immer Sie mögen. Machen Sie schöne Musik, lassen Sie sich ein Wohlfühlbad ein und genießen Sie die Ruhe, die in Ihr System Einzug hält.
  7. Bewegung darf nicht fehlen. Durch Bewegung kommt der Stoffwechsel in Schwung und der Lymphfluss wird beschleunigt. Dadurch unterstützen Sie Ihren Körper beim schnelleren Abtransport von Schadstoffen, Abbauprodukten und zellulären Ablagerungen, die durch das Fasten mobilisiert werden können (siehe Autophagie). Jede Art der Bewegung, die Freude macht, ist erwünscht. Sehr beliebt während des Fastens sind: Spaziergänge, Wanderungen, leichte Radtouren, Yoga, Tai Chi, Qi Gong. Bewegung ist ein Grundpfeiler einer jeden Heilfastenkur!
  8. Die Natur heilt. Verbringen Sie während des Fastens viel Zeit in der Natur. Einerseits sorgt die frische Luft für eine ausreichende Sauerstoffversorgung aller Zellen und macht Sie munter. Andererseits hat die Natur unterstützende und heilende Wirkung auf seelische Prozesse, die durch das Fasten ausgelöst werden können.
  9. Lassen Sie sich verwöhnen. Während des Fastens sind Sie sehr empfänglich für alles Wohltuende. Egal, ob eine Ganzkörper- oder Fußreflexzonenmassage, Lymphdrainage, Schlammpackung oder eine Shiatsu-Stunde. Jede Wohlfühl-Behandlung wirkt in dieser Zeit doppelt gut – entspannt die Psyche, stimuliert einzelne Organsysteme und unterstützt den Körper beim Entgiften. Auch moderate Saunabesuche sind beim Fasten sehr zu empfehlen. Einerseits dient das vermehrte Schwitzen der Entgiftung über die Haut und andererseits tut die Wärme einfach gut, da man während der Fastenkur meist sehr rasch ins Frösteln gerät. Auch zu Hause durchgeführte Basenbäder und Bürstenmassagen sind wohltuend und unterstützen die Entgiftung.
  10. Die Aufbautage – langsam ans Essen gewöhnen. Nach dem Heilfasten sollte man sehr behutsam mit dem Essen beginnen (zur genauen Durchführung siehe Link weiter oben). Der Verdauungstrakt muss sich erst wieder an feste Nahrung gewöhnen. Ihre Darmflora hat sich gerade erholt und saniert, gönnen Sie ihr einen sanften Start mit einer mehrtägigen Aufbauzeit. Leicht verdauliche Nahrungsmittel sind beispielweise Äpfel, Karotten, Kartoffeln und Reis. Schwer verdaulich sind Kohl, Bohnen und Fleisch.
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Quellenangaben
  1. Golbidi S, et al. Health Benefits of Fasting and Caloric Restriction. Curr Diab Rep. 2017
  2. Filfan M et al. Autophagy in aging and disease. Rom J Morphol Embryol. 2017

Bildquellen

  • Buchinger Fastensuppe: margouillat photo | Shutterstock.com

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