Wie macht man einen Einlauf?

In der Volksmedizin hatte der Einlauf schon seit jeher einen sehr hohen Stellenwert und noch bei unseren Groß- und Urgroßeltern fehlte er selten in der Hausapotheke, wo er unter anderem bei Grippe, Magen-Darmproblemen, Kopfschmerzen und „Kater“ zum Einsatz kam.

Der Einlauf zur Darmreinigung während der Fastenkur

Beim Heilfasten ist der Einlauf aus folgenden Gründen zu empfehlen:

Auch wenn man am ersten Fastentag ein Abführmittel wie Glaubersalz einnimmt, wird damit in der Regel nicht der gesamte Darminhalt ausgeschieden. Es verbleiben also noch Stuhlreste im Darm. Der Dünndarm ist schnell leer, denn er befördert die Nahrung in den Dickdarm weiter. Dieser allerdings arbeitet beim Fasten meistens nur sehr bedingt.

Dazu kommt, dass der fastende Organismus ununterbrochen Abfall- und Eiweißzerfallsprodukte in den Darm abschiebt – ein ständiger Prozess der Reinigung. Wird der Dickdarm nicht regelmäßig ausgespült, so sammeln sich diese Ausscheidungsprodukte dort und es kann zu einer Rückvergiftung kommen. Dies kann Kopfschmerzen oder sonstige Beschwerden verursachen. Der Einlauf ist also ein wichtiger Faktor zur Reinigung des Dickdarms. Das eingefüllte Wasser füllt den Darm und setzt somit die Darmperistaltik in Gang. Der Darminhalt wird herausgelöst und auf schonende Weise abtransportiert. Der Einlauf wird ab dem zweiten Fastentag mindestens jeden zweiten Tag der Kur durchgeführt.

Für mich ist der Einlauf beim Fasten einfach unverzichtbar. Er macht es so viel angenehmer und ist auch ein sehr wirksames Erste-Hilfe-Mittel bei Kopfschmerzen oder anderen Fastenbeschwerden. Meistens verzichte ich auf die Erstentleerung mittels Abführmittel und arbeite vom ersten Tag an ausschließlich mit dem Einlauf. Das ist die schonendste Variante für den Darm.

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Sandra Exl sitzt auf einer Couch und hält einen Einlaufbecher.

Einlauf Anleitung: Wie macht man einen Einlauf?

Das Einlaufgerät, auch Irrigator genannt (lat. irrigare = bespülen), besteht aus einem Wasserbehälter (Füllmenge 1 oder 2 Liter), einem 1 bis 2 Meter langen und 1 cm dicken Wasserschlauch mit Klemme und einem Aufsatz (Tülle) aus darmfreundlichem Kunststoffmaterial. Der Wasserbehälter kann entweder aus Hartplastik, Edelstahl oder aus geschmeidigem, zusammenlegbarem Kunststoffmaterial (Reiseirrigator – ideal für Fastenwanderungen) sein. Erhältlich sind Einlaufgeräte in Sanitätshäusern, Apotheken oder im Internet. Hier ist die Auswahl natürlich groß. Als Hilfestellung kann ich die folgenden vier Produkte empfehlen:

  • Ein Premium Einlaufset (*Werbung/Affiliate Link zu Amazon) aus Edelstahl, welches ich selbst bei Heilfastenkuren einsetze. Ich mag den großen Metallbehälter mit Aufhängevorrichtung und den 2 m langen Schlauch (die meisten anderen Produkte haben kleinere Behälter und kürzere Schläuche). Im Set sind verschiedene (weiche, harte, kleine, große) Aufsätze enthalten, so kann man ausprobieren, welcher Aufsatz für einen am angenehmsten ist. Ich finde den Kosten-Nutzen-Faktor sehr gut, da dieses Einlaufgerät wohl ewig hält. Schlauch, Aufsätze und Klemmen kann man nachbestellen.
  • Ein sehr gutes zusammenfaltbares Einlaufgerät (*Werbung/Affiliate Link zu Amazon) im Set; dieses verwende ich bei Fastenwanderungen oder auf Reisen. Wiederum mit optimalem Preis-Leistungsverhältnis. Viele andere vergleichbare Geräte sind erheblich teurer oder von schlechterer Qualität.
  • Ein günstigeres Exemplar (*Werbung/Affiliate Link zu Amazon), nicht so hochwertig, aber es erfüllt seinen Zweck.
  • Ein weiterer Tipp für Reisen, wenn man zu Verstopfung neigt, ist dieses Klistier (*Werbung/Affiliate Link zu Amazon – nicht ausreichend bei Fastenkuren).
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Einen Einlauf führt man am besten im Badezimmer oder auf der Toilette durch:

  • Füllen Sie die gewünschte Menge körperwarmen Wassers in den Behälter und hängen Sie ihn erhöht auf. Der Schlauch ist an einer Seite am Behälter angesteckt und am anderen Ende befindet sich das Aufsatzstück zur analen Einführung. Öffnen Sie die Klemme und lassen Sie etwas Wasser in die Toilette oder ins Waschbecken laufen, bis sich keine Luftblasen mehr im Schlauch befinden. Dann klemmen Sie den Schlauch wieder zu, um den Wasserfluss zu stoppen.
  • Anschließend fetten Sie das Aufsatzstück etwas ein (ich verwende Kokosöl) und begeben sich entweder in den Vierfüßlerstand oder legen sich auf die linke Körperseite (auf ein Badetuch) und winkeln die Beine an. Nun führen Sie das Aufsatzstück in den After ein und pressen dabei ein wenig wie beim Stuhlgang. Öffnen Sie die Klemme und lassen Sie das Wasser langsam einlaufen. Da der Einlaufbehälter höher ist als das Gesäß, fließt die Flüssigkeit ganz von selbst in den Darm. Lassen Sie die Bauchdecke locker und atmen Sie ruhig.
  • Nachdem Sie so viel Wasser aufgenommen haben, wie Sie halten können (das können 250 ml oder auch 1000 ml sein), klemmen Sie den Schlauch wieder ab und ziehen das Aufsatzstück behutsam heraus. Legen Sie sich dann auf den Rücken und halten das Wasser bis die natürlichen peristaltischen Bewegungen des Darms beginnen. Leichtes Massieren des Bauches im Uhrzeigersinn kann helfen.
  • Wenn Sie es nicht mehr aushalten, setzen Sie sich auf die Toilette und lassen das Wasser samt Darminhalt herausschießen. Das kann in mehreren Schüben geschehen. Nehmen Sie sich dafür so viel Zeit wie nötig. Es ist auch in Ordnung, das Ganze zu wiederholen, wenn Sie beim ersten Mal nur sehr wenig Wasser aufnehmen konnten.
  • Wenn Sie fertig sind, reinigen Sie das Einlauf-Set (gemäß der Reinigungsanleitung) und lassen es an der Luft trocknen.
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Wurmartige Strukturen im Ausscheidungswasser: Habe ich Parasiten?

Bei einigen Menschen kommt es nach einigen Fastentagen zur Ablösung der obersten Zellschicht der Darmschleimhaut. Diese Strukturen können aussehen wie Würmer, und man ist verwundert, wenn man so etwas in der Toilette sieht. Aber Sie können beruhigt sein, diese abgelösten Schleimhautstücke sind ein Zeichen der Reinigung und Erneuerung. Es sind weder Würmer noch andere Parasiten.

Ein genaues Anleitungsvideo für die Durchführung eines Einlaufs finden Sie in meinem 7-Tage-Fastenprogramm.

 

Der Kaffee-Einlauf

Der Kaffee-Einlauf ist keine Erfindung heutiger Gesundheitsgurus. Er wurde bereits im ersten Weltkrieg als wirkungsvolles Schmerzmittel eingesetzt. Und auch davor, um genau zu sein 1896, beschrieb der Arzt Dr. Lawrence Wilson den Gebrauch von Kaffee-Einläufen bei Patienten nach einer Bauchoperation, als Mittel gegen Schock und bei vielerlei anderen Anlässen. In der heutigen Zeit wurde der Kaffee-Einlauf als effiziente Detox-Methode durch den bekannten Krebstherapeuten Dr. Max Gerson populär. Dieser verordnet im Zuge der Gerson-Therapie seinen Patienten mehrere Kaffee-Einläufe am Tag – offenbar mit großem Erfolg in der Krebstherapie.

Wann wendet man den Kaffee-Einlauf an?

  • Zur Reinigung des Darms
  • Zur Entgiftung der Leber
  • Als Hilfe bei Schmerzen jeglicher Art. Besonders bei Rückenschmerzen, Migräne, Kopfschmerzen und Periodenschmerzen wirkt er gut.
  • Zur Verbesserung der Stimmung
  • Zur Erleichterung der Verdauung
  • Er ist auch hilfreich bei Erkältungen, PMS, bei Völlegefühl und nach zu viel Alkoholkonsum.
  • Beim Heilfasten, wenn der normale Einlauf nicht hilft und man sich unwohl fühlt, eine Fastenkrise hat oder bei anfänglichen Fastennebenwirkungen.

Banner mit dem Text Leitfaden zur Darmsanierung

Wie wirkt der Kaffee-Einlauf?

Der Kaffee wird im Darm resorbiert und über das Pfortadersystem in die Leber transportiert. Die Bitterstoffe und das Koffein des Kaffees weiten zunächst die Gallengänge, fördern die Gallensaftproduktion und regen die Gallengänge und -blase schlussendlich zur Kontraktion an. Auf diese Weise werden die Gallengänge gereinigt und der Abtransport von Toxinen aus der Leber unterstützt. Das im Kaffee enthaltene Theophyllin wirkt außerdem direkt im Darm Entzündungen entgegen.

Durch die Palmitinsäure im Kaffee werden bestimmte Enzyme, die sogenannten Glutathione-S-Transferasen, vermehrt gebildet. Diese sind wesentlich für die Entgiftung des Organismus, indem sie Giftstoffe an sich binden und zur Ausscheidung bringen.

Anleitung Kaffee-Einlauf

Die einfachste und schnellste Methode ist auch gleichzeitig meine bevorzugte Art der Herstellung der Einlaufflüssigkeit. Und zwar koche ich ganz normalen Kaffee mit der Filtermaschine aus 3 gehäuften TL gemahlenem Bio-Kaffee und ½ Liter Wasser. Diesen gebe ich mit einem Liter Wasser in den Einlaufbecher. So habe ich insgesamt 1 ½ Liter Einlaufflüssigkeit. Wenn man stärkeren Kaffee kocht, z.B. mit einer Espressomaschine, gibt man entsprechend weniger ins Wasser. Oft wird empfohlen grünen, also ungerösteten Kaffee, für den Einlauf zu verwenden. Er enthält weniger Koffein und soll schonender sein. Ich persönlich verwende jedoch meinen milden Bio-Röstkaffee, den ich auch trinke und sehr gut vertrage.

Die Durchführung des Einlaufs ist oben unter dem Punkt „Wie funktioniert ein Einlauf“ beschrieben. Folgende Punkte sind beim Kaffee-Einlauf speziell zu beachten:

  • Den Kaffee-Einlauf macht man am besten, wenn man einen leeren Enddarm hat. Das heißt, entweder macht man ihn direkt nach dem morgendlichen Stuhlgang oder man macht vorher einfach einen normalen Einlauf mit Wasser, um den letzten Abschnitt des Dickdarms zu reinigen. Je weiter das Kaffee-Wasser in den Dickdarm vordringen kann, umso besser. Der Kaffee-Einlauf bewirkt auch eine reflektorische Bewegung des Dickdarms, die eine gute Stuhlentleerung aus höheren Regionen des Darmes bewirkt.
  • Die Flüssigkeit sollte idealerweise 15 Minuten im Darm gehalten werden, bevor man sich auf der Toilette entleert. Wenn das schwerfällt, kann man auch 2 oder 3 Einläufe mit kürzerer Haltedauer durchführen.

Unterschied zwischen Einlauf und Colon-Hydro-Therapie

Eine Colon-Hydro-Therapie kann man im Gegensatz zu einem klassischen Einlauf nicht selber zu Hause durchführen. Während bei einem Einlauf lediglich ein Einlaufbecher mit Schlauch benötigt wird und das Wasser mithilfe der Schwerkraft in den Dickdarm läuft (der Einlaufbehälter muss höher sein als das Gesäß), wird eine Colon-Hydro-Behandlung mittels spezieller Apparaturen in Gesundheitshotels und Kurhäusern sowie bei HeilpraktikerInnen und KomplementärmedizinerInnen durchgeführt.

Der Ablauf ist wie folgt: Es wird ein Plastikstutzen (ähnlich wie beim normalen Einlauf) in den After eingeführt, an dem dann allerdings zwei Schläuche angebracht sind. Diese Schläuche münden im Colon-Hydro-Gerät. So entsteht ein geschlossenes System, durch das frisches Wasser über den einen Schlauch in den Darm einlaufen kann und über den anderen Schlauch mit dem Darminhalt abfließt.

Die ganze Behandlung dauert etwa 45 Minuten. Dabei wird mehrmals Wasser in den Darm hineingelassen und dazwischen immer wieder pausiert, um dem Darm Zeit zu geben, das Wasser wieder auszuscheiden (dabei wir ein Ventil am Gerät verstellt). Wie viele solcher Spülvorgänge gemacht werden, ist sehr individuell. Auch die Menge des Wassers bei den einzelnen Spülvorgängen variiert stark. Jeder Darm reagiert anders. Zwischen den einzelnen Spülvorgängen wird der Bauch auch mal massiert, um den Abfluss des Wassers zu unterstützen. Es ist also ein Wechsel zwischen Spülen, Massieren und Entleeren des Darms.

Interview und Video zum Thema

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