Verschiedene Kräuter zur Verwendung als Hausmittel zur Entgiftung des Körpers

Körper entgiften mit Hausmitteln: Tipps zum gesunden Entschlacken

In Heilfasten & Gesundheit von Mag. Sandra M. Exl

Sie möchten Ihren Körper entgiften und das auf natürliche Art und Weise? Welche Kräuter und Naturheilmittel unsere Organe bei der Entgiftung unterstützen und so unsere Gesundheit fördern, lesen Sie in diesem Artikel zum Thema Entschlackung mit Hausmitteln.

Warum ist die Entschlackung für den Körper wichtig?

Mit Nikotin, Alkohol, Medikamenten, Amalgam, Problemstoffen in Kosmetika, Pestiziden in der Ernährung und Feinstaub in der Luft nehmen wir täglich Schadstoffe zu uns, deren Bedeutung wir oft nicht abschätzen können. So lohnt es sich auf jeden Fall, sich über unser alltägliches Konsumverhalten ein wenig Gedanken zu machen. Mit welchen Produkten sind wir ständig umgeben?

Ausleitung und Abbau von Schadstoffen schaffen Nieren, Leber, Lunge, Darm, Blut, Lymphe und Haut in der Regel automatisch, sofern Ihr Körper gesund ist. Die Begriffe Entgiftung, Entschlackung oder Detox werden in der Schulmedizin oft nicht wirklich ernst genommen. Es gibt allerdings einen wissenschaftlichen Begriff dafür und der heißt Autophagie. Dies ist ein zellulärer Selbstreinigungsprozess des Körpers, der vor allem durch folgende Faktoren ausgelöst wird: Heilfasten, Kalorienreduktion, Sport, schwarzen Kaffee und einer Substanz namens Spermidin.

Ein gesunder Körper kann viele Schadstoffe über einen langen Zeitraum selbständig wieder abbauen. Dafür müssen unsere Entgiftungsorgane gut funktionieren und diese lassen sich auf ganz natürliche Art und Weise unterstützen.

Ein gutes Beispiel für die Selbstregeneration des Körpers ist, dass sich erhöhte Leberwerte durch Alkohol schnell wieder normalisieren, wenn Sie Ihrem Körper über einen längeren Zeitraum keinen Alkohol mehr zuführen. Diesen Regenerationsprozess kann man mit natürlichen Hausmitteln sehr gut unterstützen.

Wie unterstütze ich die Leber?

Das zentrale Entgiftungsorgan in unserem Körper ist die Leber. Wir können viel dazu beitragen, unsere Leber bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Ein maßvoller Alkohol-, Zucker- und Fettkonsum, von Zeit zu Zeit eine Fastenkur, regelmäßige Leberwickel und unterstützende Hausmittel sind effektive Maßnahmen für die Lebergesundheit. Die wichtigsten Naturheilmittel für die Leber sind Schafgarbe, Löwenzahn (v.a. Wurzel, aber auch Blätter), Artischocke und Mariendistel.

Nieren bei der Ausscheidung unterstützen

Neben der Leber leisten unsere Nieren viel Ausscheidungsarbeit im Körper. Wenn die Nieren nicht funktionieren, können auch andere Organe sehr schnell darunter leiden. Täglich bildet der Körper etwa 180 Liter Primärharn, dieser wird filtriert und nur etwa ein Prozent des Primärharns wird als Endharn ausgeschieden. Die Nieren brauchen für eine reibungslose Funktion genügend Flüssigkeit in Form von stillem Wasser oder ungesüßtem Tee.

Eine hübsche Frau, die beim Heilfasten Wasser trinkt

Mit bestimmten Kräutertees unterstützen Sie die Arbeit der Nieren zusätzlich. Löwenzahnblätter sind beispielsweise ein ideales Nieren-Kraut. Wenn Sie selbst die kleinen Blättchen des Löwenzahns sammeln, können Sie daraus einen wunderbaren Tee zubereiten. Einfach einige Blätter (frisch oder getrocknet) in eine Tasse geben und mit heißem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen. Fertig. Während die Wurzeln der Pflanze bevorzugt die Leber entschlacken, sind die Blätter des Löwenzahns vor allem der Niere dienlich.

Tipp: Am Besten man bereitet einen Tee aus Löwenzahnblättern und -wurzeln zu – das ist ein altbewährter Entgiftungstee, der sowohl Nieren als auch Leber unterstützt – sehr zu empfehlen beim Heilfasten. Sie können fertige Tee-Mischungen oder Tinkturen und Extrakte auch aus der Apotheke holen.

Tipps zur Darmreinigung

Natürlich ist für den Prozess der Entgiftung auch unser Darm verantwortlich. Ein gut funktionierender Darm hilft uns auf natürliche Art und Weise den Körper von Giftstoffen und unverwertbaren Substanzen zu befreien. Hier gelten einfache Regeln:

Probiotische Lebensmittel

In unserem Darm leben gesundheitsfördernde Mikroorganismen. Sie sind Teil des Darmmikrobioms, also unserer Darmflora, und ihr Einfluss auf unser Wohlbefinden ist enorm. Wenn das mikrobielle Gleichgewicht gestört ist, kann der Darm seine Funktion – auch die Entgiftung – nicht ausreichend erfüllen. Wir können durch die regelmäßige Zufuhr von sogenannten probiotischen Lebensmitteln, also fermentierten Speisen, die die gesunden Bakterien enthalten, unsere Darmflora stärken. Dazu zählen:

  • fermentiertes Gemüse wie frisches rohes Sauerkraut oder Kimchi (koreanisches Gericht aus fermentiertem Chinakohl und Gewürzen)
  • gesäuerte Milchprodukte wie Buttermilch, Joghurt, Kefir und Käse
  • Miso (japanische Gewürzpaste)
  • Tempeh (fermentierte Sojabohnen)
  • Kombucha (hier sollte auf zuckerarme Sorten geachtet werden)

Wenn Sie selbst Gemüse fermentieren möchten, habe ich hier eine einfache Anleitung (inkl. Video) für Sie: Gemüse fermentieren für Anfänger

Finden Sie keinen Gefallen an fermentierten Lebensmitteln, können Sie sich hochwertige Probiotika auch aus der Apotheke holen.

Fermentierte Pflanzenextrakte

Es handelt sich hierbei um flüssige Enzymaufschlüsse, die Entgiftungsvorgänge in unserem Körper unterstützen und regulierend auf Darmtätigkeit, Leberfunktion und Fettstoffwechsel einwirken. Sie werden außerdem wegen ihres blutzuckerregulierenden und immunstärkenden Einflusses geschätzt. Man bekommt gute Elixiere dieser Art in der Apotheke.

Die richtigen Ballaststoffe – präbiotische Lebensmittel

Präbiotika sind spezielle Ballaststoffe, die den gesundheitsfördernden Darmbakterien als Nahrung dienen. Sie sollten gezielt gegessen werden und befinden sich z.B. in Pastinaken, Topinambur, Artischocken, Spargel, Chicorée und Schwarzwurzeln. Eine gesunde Darmflora ist die Grundlage für eine funktionierende Entgiftungsleistung des Darms. Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten ausreichend kalorienarme Flüssigkeiten wie Tees und Wasser oder hin und wieder auch Fruchtsaftschorlen.

Banner mit dem Text Leitfaden zur Darmsanierung

Flohsamenschalen zur beschleunigten Darmpassage

Nehmen Sie jeden Tag morgens zwei Teelöffel Flohsamenschalen mit mindestens einem halben Liter Wasser ein (zügig trinken). Es ist sehr wichtig, viel dazu zu trinken, da die Flohsamenschalen eine stark quellende Wirkung haben und dadurch die Verdauung beschleunigen. Bei zu wenig Flüssigkeit, kann es zum gegenteiligen Effekt kommen und zu Verstopfung führen. Bei Durchfall ist diese Wirkung natürlich von Vorteil, weshalb Flohsamenschalen dafür auch empfohlen werden. Da Flohsamenschalen im Magen so stark aufquellen, können sie auch ca. eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen werden, was dazu führt, dass man weniger isst, da der Magen ja schon angefüllt ist.

Stärkere Abführmittel können bei akuter Verstopfung oder aber auch zur Darmentleerung am Beginn einer Fastenkur verwendet werden. Für eine dauerhafte Anwendung sind sie jedoch nicht geeignet, da sie die Darmtätigkeit auf Dauer negativ beeinflussen – der Darm kommt dann ohne sie gar nicht mehr in die Gänge.

Mineralstoffmischungen (Heilerde)

Solche Mineralienpulver können Schadstoffe im Darm binden und sanft zur Ausscheidung bringen. Fein vermahlene Mineralien (loses Pulver oder in Kapselform) wirken basisch und haben eine entsäuernde Wirkung auf den Organismus. Eine Entsäuerung kann sich z.B. durch verbessertes Bindegewebe und schönere Haut zu Buche schlagen. In meinem Artikel über basische Ernährung lesen Sie mehr zu der Thematik.

Bewährtes Entschlackungstrio: Darmreinigung – Entsäuerung – Darmflora aufbauen

Eine erfrischende Entgiftungskur, in der sich viele dieser Hausmittel wiederfinden, bietet das österreichische Institut Allergosan. Dabei soll der Darm gereinigt, der Körper entsäuert und das Mikrobiom aufgebaut werden. Wir persönlich bauen dieses Trio gerne in unsere Leber-Darmreinigungskur einmal im Jahr ein:

  1. Darmreinigung mit einer fermentierten Pflanzenessenz aus 24 Kräuterextrakten und 31 effektiven Mikroorganismen: MikroSan (*Werbung/Affiliate Link)
  2. Entsäuern mit einer Basenmischung aus ausgewählten Mineralstoffen und Kräutern: META-CARE® BASiC 3 (*Werbung/Affiliate Link)
  3. Darmflora aufbauen mit 6 wichtigen, hochaktiven Leitkeimstämmen: OMNi-BiOTiC® 6 (*Werbung/Affiliate Link)
Drei Mikrosan Produkte vom Institut AllergoSan

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Blut und Lymphe reinigen

Die Brennnessel gilt seit jeher als blutreinigend und stoffwechselanregend. Sie ist ein wirkungsvolles Hausmittel, um Blut und Lymphe effektiv zu entgiften. Daher ist sie in jeder Fasten- und Entschlackungskur ein unentbehrlicher Helfer aus der Natur.

Die Naturheilkunde empfiehlt sogar, regelmäßig eine Kur mit Brennnesseltee für mehrere Wochen durchzuführen. Hierzu überbrühen Sie am Morgen eine Handvoll frischer Brennnesseln bzw. 2 EL getrockneter Brennnesseln mit einem Liter kochendem Wasser und lassen alles 10 Minuten (nicht länger) ziehen. Abseihen und über den Tag verteilt trinken. Sie können natürlich auch 3 Mal am Tag eine Tasse frisch zubereiten.

Tipp: Wer Brennnesseltee nicht mag, kann die feinen Brösel der getrockneten Brennnessel beispielsweise in kleiner Menge über die Speisen streuen. So kann man die Wirkstoffe der Brennnessel ebenfalls sehr gut aufnehmen. Als recht geschmacksneutrales Kraut beeinträchtigt die Brennnessel den Geschmack der Speisen nicht.

Den Lymphfluss  können Sie zusätzlich durch folgende Punkte anregen: Bewegung jeglicher Art, Trockenbürstenmassage, regelmäßige Lymphdrainagen beim Masseur, genug Wasser (oder Brennnesseltee) trinken und wenig Salz konsumieren.

Die Haut bei der Entgiftung unterstützen

Unsere Haut ist ebenfalls ein wichtiges Entgiftungsorgan. Belasten Sie sie nicht mit herkömmlichen Kosmetikprodukten, die voll mit problematischen Zusatzstoffen und Parfums sind. Verwenden Sie Naturkosmetik zur Pflege und Unterstützung Ihrer Haut. Basenbäder (basisch-mineralische Voll- oder Fußbäder) unterstützen die Haut in ihrer Entgiftungsfunktion und stellen zusätzlich noch eine sehr effektive kosmetische Maßnahme dar. Nach einem Basenvollbad fühlt sich die Haut unglaublich weich und zart an, vor allem, wenn man zuvor mit einer Trockenbürstenmassage die Durchblutung angekurbelt hat. Durch das Bürsten wird außerdem das Lymphsystem aktiviert, wodurch die Schadstoffe noch schneller abtransportiert werden können.

Eine sinnvolle Entschlackung unterstützt Sie nicht nur bei der Gewichtsreduktion. Sie helfen damit Körper und Seele, sich von den täglichen belastenden Umweltfaktoren zu befreien.

Download: Leitfaden zur Darmsanierung

Für jene Menschen, die selbständig eine Darmsanierung durchführen wollen, habe ich einen Leitfaden zusammengestellt, in dem ich beschreibe, wie Sie die problematischen Beschwerden loswerden können. Sie finden darin auch Tipps, wie Sie in weiterer Folge, Ihren Darm gesund halten und die Darmflora pflegen können.

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Dieser Fachartikel wurde verfasst von

Mag. Sandra M. Exl

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Mag. Sandra Exl hat ein abgeschlossenes Studium der Biologie und ist zertifizierte Fastenbegleiterin. Sie arbeitet als Redakteurin im Team von Lanaprinzip Publishing e.U. und schreibt über die Themen Heilfasten, Ernährung und gesunde Rezepte. Mit über 20 Jahren Fastenerfahrung und vielen beliebten YouTube-Videos über das Heilfasten ist sie im deutschsprachigen Raum eine der bekanntesten Fastenexpertinnen.

Quellenangaben

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Bildquellen

  • Eine Frau, die beim Heilfasten Wasser trinkt: vgstudio | Shutterstock.com
  • Mikrosan Kur: Institut AllergoSan
  • Hausmittel zur Entgiftung des Körpers: Valentina_G | Shutterstock.com