Heilfasten bei Krankheiten – Kann fasten statt essen helfen?

Darf ich bei Krankheiten fasten? Heilfasten bedeutet bei weitem mehr als nur Nahrungsverzicht. Viele Untersuchungen haben sich mit den positiven gesundheitlichen Auswirkungen einer Heilfastenkur beschäftigt und konnten aufzeigen, dass Fasten bei Krankheit sogar den Verlauf vieler Erkrankungen positiv beeinflussen kann. Natürlich ist es empfohlen, bei Krankheiten ausschließlich unter medizinischer Aufsicht zu fasten.

Wie wirkt Heilfasten?

Selbstverständlich ist Essen von zentraler Bedeutung für unseren Körper, damit er leistungsfähig bleibt und seinen internen Funktionsabläufen ordnungsgemäß nachkommen kann. Durch die tägliche Nahrungszufuhr bekommt der Körper alle benötigten Nähr- und Mineralstoffe sowie Vitamine und Spurenelemente. Essen kann jedoch den menschlichen Organismus auch sehr belasten, insbesondere dann, wenn über längere Zeit hinweg eine einseitige, unausgewogene oder zu hochkalorische Ernährungsweise gepflegt wird.

Hier kann eine Heilfastenkur als wertvolle Detox-Maßnahme wirken: Die körpereigene „Müllabfuhr“ wird dabei massiv aktiviert und die Zellen auf natürlich Weise von Schadstoffen befreit. Somit werden die Körperorgane wirksam dabei unterstützt, sich zu regenerieren.

Warum fasten Menschen? – Ursachen und Beweggründe

Fasten aus religiösen Gründen – eine Zeit der Besinnung

Zum einen fasten sehr viele Menschen aus religiösen Gründen. Jährlich beginnt am Aschermittwoch die österliche Fastenzeit, in welcher Christen weitestgehend auf Nahrung verzichten. Dieses religiöse Fasten ist dem Fasten Jesu Christi nachempfunden, der 40 Tage lang ohne jegliche Nahrung die Wüste durchquerte. Die Fastenzeit soll die Sinne schärfen und die Menschen dazu ermutigen, sich mit ihrem eigenen Lebensweg intensiver auseinanderzusetzen. So ist das Fasten aus religiösem Gesichtspunkt betrachtet eine Zeit der Besinnung.

Auch in der islamischen Religion ist das Fasten ein zentraler Bestandteil: Der Fastenmonat Ramadan bildet eine der fünf Säulen der Religion. In der jüdischen Religion gibt es sogar mehrere Fastenzeiten, die jede für sich an einen anderen Geschichtsabschnitt des Volkes erinnern soll.

Fasten aus gesundheitlichen Gründen um Krankheiten vorzubeugen

Zum anderen fasten Menschen aus gesundheitlichen Gründen. Hier stehen die Entgiftung und Reinigung des Körpers im Vordergrund. Vor allem die Entgiftungsorgane wie Leber, Darm und Nieren können durch ein falsches Essverhalten belastet und übersäuert sein. Fasten hilft dem Körper effizient dabei, sich zu regenerieren.

Eine kranke Frau sitzt am Bett und hält sich am Kopf.

Ein wichtiger Mechanismus, durch den das Fasten die Immunabwehr stärken und die Zellen von Mikroablagerungen befreien kann, ist die Anregung der Autophagie. Dabei handelt es sich um einen Recyclingprozess im Körper, quasi die „Müllabfuhr der Zellen“. Wird die Autophagie angeregt, führt dies dazu, dass unbrauchbare Proteine und angehäufte Abfallstoffe effektiver entfernt bzw. recycelt werden. Auch die Immunantwort wird verbessert und einer Entstehung zahlreicher Erkrankungen wird vorgebeugt (Diabetes, Lebererkrankungen, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Demenz, Krebs und viele mehr)1. Mehr dazu in unseren Artikeln über Autophagie und über Spermidin (eine körpereigene Substanz, die die Autophagie anregt).

Unmittelbare Effekte einer Heilfastenkur:

  • Das Darm-Mikrobiom (unsere Darmflora) wird gestärkt; die Diversität der gesundheitsfördernden Darmbakterien nimmt zu – mit positiven Effekten auf die Verdauung und den ganzen Organismus.
  • Das Immunsystem wird gestärkt und Entzündungswerte sinken.
  • Verbesserung aller Stoffwechselparameter und Blutwerte. Insulin- und andere Hormonsituationen normalisieren sich; eine Fettleber kann sich innerhalb einer Fastenwoche radikal erholen; Bluthochdruck sinkt ebenfalls rasch ab.
  • Die Fettverbrennung wird im Fastenstoffwechsel enorm angekurbelt.
  • Das Hautbild wird feiner – Fasten ist eine effektive kosmetische Maßnahme.
  • Der hohe Gewichtsverlust (auch durch Entwässerung) ist ein motivierender Start, um gegebenenfalls eine nachhaltige Gewichtsreduktion einzuleiten. Hier finden Sie ausführliche Informationen zum Thema Abnehmen durch Fasten.
  • Fasten ist ein mächtiger Impuls, danach seine Ernährungsgewohnheiten gesünder zu gestalten.
  • Die Gemütslage verbessert sich, Entspannung und Leichtigkeit treten ein und der Geist wird wacher.
  • Man fühlt sich insgesamt vitaler und energiegeladener (wobei man auch mit zwischenzeitlichen Fastentiefs rechnen muss).
  • Das Heilfasten kann als heilsame Auszeit vom Alltag genutzt werden. Es erleichtert die Innenschau und Selbstreflexion. So kann eine Fastenkur zu einer schönen Begegnung mit sich selbst werden.

Soll ich bei Krankheiten essen oder fasten?

Die bewusst gewählte und reduzierte Nahrungszufuhr auf bestimmte Zeit ist eine der besten Maßnahmen, um das Immunsystem anzukurbeln und so gegen vielerlei Erkrankungen vorzubeugen. Ich selbst war vor meiner Entdeckung des Heilfastens sehr anfällig für jegliche Art von Erkältungskrankheiten. Manchmal hatte ich zwei- bis dreimal im Jahr Halsweh, Schnupfen, Husten oder Ähnliches. Nach meinen ersten beiden Fastenkuren viel mir auf, dass ich ein völlig gesundes Jahr hinter mir hatte – ein absolutes Novum für mich.

Es gibt auch unter Fachleuten keinen Zweifel, dass Heilfasten eine hervorragende Krankheitsprävention darstellt. Wie ist es aber bei bestehenden Infektionskrankheiten? Bei Krankheitssymptomen wie Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen usw. fragen sich viele Menschen, ob Essen oder doch lieber Fasten das Richtige ist.

Heilfasten bei bakteriellen Infekten – essen bei viralen Infekten

Grundsätzlich ist das selbständige Fasten ohne Begleitung nur für gesunde Menschen gedacht. Liegt eine Erkrankung vor, gilt es, diese medizinisch abzuklären. Ist eine Fastenkur erwünscht, sollte dies in Begleitung eines erfahrenen Fastenarztes geschehen.

Zusätzlich kommt es auf die vorliegende Erkrankung an. Es gibt ein Sprichwort aus England, das heißt: „Den Schnupfen soll man füttern, das Fieber aushungern.“ Für diese traditionelle Therapie-Empfehlung gibt es tatsächlich auch wissenschaftliche Hinweise. Forscher haben die Vermutung aufgestellt, dass bei bakteriellen Infekten fasten und bei viralen Infekten essen ratsam ist 2.

Es konnte nachgewiesen werden, dass Essen und Fasten das Immunsystem auf unterschiedliche Weise stimulieren. Durch eine Mahlzeit schüttet unser Körper Botenstoffe aus, die für den Kampf gegen Viren, also auch gegen Schnupfen, bedeutsam sind. Der Nahrungsverzicht hingegen stärkt unsere Abwehrkräfte im Kampf gegen Bakterien. Häufig geht eine bakterielle Infektion mit Fieber einher – so stimmt dies mit dem Sprichwort überein. Aber wie wir wissen, können auch Vireninfektionen fiebrig verlaufen. Daher ist das Sprichwort doch sehr vage. Man müsste also durch einen Arzt feststellen lassen, um welche Art der Krankheit es sich handelt. Um die genannten Studienergebnisse und die daraus resultierende Empfehlung zu untermauern, sind jedoch noch weitere Untersuchungen nötig. Grundsätzlich ist der eigene Appetit während einer Erkrankung ein sehr guter Indikator, ob der Körper für die Genesung Nahrungskarenz oder Essen benötigt.

Heilfasten bei Magen-Darm-Erkrankungen

Viele Menschen nehmen eine Magen-Darm-Erkrankung zum Anlass für eine Fastenkur. Wir selbst hatten vor einem Jahr eine Fischvergiftung und konnten in den ersten beiden Tagen ohnehin nichts essen, da uns unsagbar übel war. Wir nahmen allerdings vom ersten Tag an ein Kieselsäure-Gel zur Giftstoff- und Bakterienbindung ein (siehe unten), welches uns rasch wieder fit machte. Außerdem fasteten wir eine Woche weiter, da wir das Gefühl hatten, unseren Darm damit bei der Genesung zu unterstützen. Es wäre nicht vernünftig, das marode Organ gleich wieder zur Arbeit zu zwingen – es sollte Zeit zur Heilung bekommen.

Im Anschluss ist es sinnvoll, einen Wiederaufbau und eine Stärkung des Darm-Mikrobioms vorzunehmen. Lesen Sie dazu den Fachartikel zur Darmsanierung.

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Akute Infektion während einer Heilfastenkur

Wenn während einer Fastenkur ein grippaler Infekt auftritt, was eher selten ist, kann man die Fastenregeln auch ein wenig lockern, wenn man das Gefühl hat, essen zu wollen. Eine Fastenkur kann jedoch auch viele Erkrankungssymptome mildern und sich somit positiv auf das gesamte Krankheitsbild auswirken. Denn die Stoffwechselumstellung, die sich durch das Fasten einstellt, kann viele Entzündungsprozesse positiv beeinflussen.

Zusätzlich empfiehlt es sich, entzündungshemmende pflanzliche Präparate wie z.B. eine Kombination aus OPC und Resveratrol oder Kumin einzunehmen, um den Körper bei der Ausheilung der Entzündung zu unterstützen. In einem solchen Fall ist es aber immer grundlegend wichtig, Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker zu halten.

Man kann auch mit speziellen Teemischungen den Heilungsprozess auf natürliche Weise unterstützen. Bei einem grippalen Infekt rät die Naturheilkunde zu Holunderblüten, Lindenblüten, Spitzwegerich, Salbei und Ingwer. Man kann alles zu gleichen Teilen zusammen mischen und 2 Teelöffel der Mischung mit kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Wenn der Tee etwa auf 40 Grad abgekühlt ist, gibt man noch einen Teelöffel Honig und einen Spritzer Zitrone dazu.

Erkrankungen wie Rheuma, Arthritis oder Diabetes Typ 2 lassen sich durch eine bewusste Fastenkur oftmals sehr positiv beeinflussen 3. Die Entzündungswerte können dadurch oft in normale Bahnen gelenkt werden. Ein Nahrungsverzicht oder zumindest eine drastische Einschränkung der täglichen Kalorienmenge kann auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich mindern 4.

Auch bei neurologischen Erkrankungen könnte das Fasten einen Nutzen haben, denn es verbessert die Merkfähigkeit, kann Altersvergesslichkeit vorbeugen und die altersbedingte Neurodegeneration verlangsamen, verbessert die funktionelle Erholung nach einem Schlaganfall und zeigte in Laborversuchen auch eine potenzielle Wirkung bei Epilepsie und Multipler Sklerose 5.

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Welche Fastenmethode ist für mich geeignet?

Es gibt verschiedene Konzepte und Methoden des Heilfastens. Unumstritten ist, dass Fasten sehr viele Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen mit sich bringt, doch es ist grundlegend wichtig, die passende Fastenmethode zu finden. Ob Basenfasten, Heilfasten nach Buchinger, die F.-X.-Mayr-Kur, das Scheinfasten, das Intervallfasten oder ein anderes Fastenkonzept die richtige Wahl ist, muss individuell entschieden werden.

Des Weiteren gibt es Personengruppen, die auf eine Fastenkur unbedingt verzichten sollten so beispielsweise Menschen mit einer Nieren- oder Leberinsuffizienz oder Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit. Die Fastenzeit soll den Körper bereichern und ihm auf keinen Fall einen Schaden zufügen.

Das Fasten ist keine ungesunde Nulldiät und darf als solche auch niemals betrachtet werden. Crash-Diäten ohne jegliche Gesundheitsmaßnahmen sind für den Organismus ein enormer Stressfaktor, der häufig zum unerwünschten JoJo-Effekt führt. Wer nachhaltig Gewicht reduzieren möchte, muss eine Ernährungsumstellung anstreben und dem Körper alle wichtigen Nährstoffe in der benötigten Menge zur Verfügung stellen. Eine Fastenkur kann aber dazu dienen, den Körper auf die neuen Ernährungsgewohnheiten einzustellen und auf bewusstes Essen zu sensibilisieren.

Ganz egal, welche Fastenmethode letztendlich gewählt wird: Ausreichend Flüssigkeit ist immer die absolute Basis eines jeden Konzeptes! Zudem sollte die Fastenkur über einen geeigneten Zeitraum erfolgen. Ein zu langer Nahrungsverzicht kann nämlich auch nachteilig und gefährlich sein.

Wer eine Fastenkur beginnen möchte, sollte im Idealfall vorab einen Arzt konsultieren und das Vorhaben gemeinsam besprechen. Auch die Begleitung durch einen Fastenexperten kann sehr sinnvoll sein.

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Quellenangaben
  1. Glick D, et al. Autophagy: cellular and molecular mechanisms. J Pathol. 2010 May;221(1):3-12
  2. Yarnell E. Proposed biomolecular theory of fasting during fevers due to infection. Altern Med Rev. 2001 Oct;6(5):482-7
  3. Longo VD, Mattson MP. Fasting: molecular mechanisms and clinical applications.Cell Metab. 2014 Feb 4;19(2):181-92
  4. Malinowski B, et al. Intermittent Fasting in Cardiovascular Disorders-An Overview. Nutrients. 2019 Mar 20;11(3):673
  5. Phillips MCL. Fasting as a Therapy in Neurological Disease. Nutrients. 2019 Oct 17;11(10):2501

Bildquellen

  • Eine kranke Frau sitzt am Bett: Stock-Asso | shutterstock.com

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